Einführung in die KNX Programmierung mit der ETS 5 - Teil 2

Dabei ist die ETS wirklich sehr einfach zu bedienen. Man macht mit der ETS, übrigens bereits seit der ETS1 aus den 90er Jahren, immer schon die gleichen Schritte. Diese wenigen einfachen Schritte soll dieser Artikel aufzeigen.

Hersteller-spezifische Applikation

Die ETS ist die „Muttersoftware“, mit der man die vielen kleinen Applikationen in einem Katalog und seine angelegten Projekte verwaltet. Jeder Hersteller bietet für seine KNX-Produkte die passenden Applikationen zum kostenlosen Download an. Für jedes Projekt holt man sich diese Applikationen zuerst von den Herstellerseiten und importiert diese anschließend in den globalen Katalog der ETS, der für alle weiteren Projekte auch genutzt werden kann. Aus diesem ETS-Katalog fügt man die benötigten Applikationen in ein Projekt ein. Eine in ein Projekt eingefügte Applikation ist dann quasi ein virtueller KNX-Teilnehmer, da dieser zu diesem Zeitpunkt ja nur in der ETS existiert.

Virtuelle KNX-Teilnehmer sind in der ETS eingefügte KNX-Aktoren und Sensoren beziehungsweise deren eingefügten Applikationen. Für jeden KNX-Teilnehmer, der als real existierendes KNX-Gerät für ein Projekt eingekauft und verbaut werden soll, wird in der ETS einfach die passende Applikation vom Hersteller in den Katalog importiert und anschließend im Projekt eingefügt. So einfach ist das mit den KNX-Teilnehmern.

Individualisierung durch Einstellung der Parameter

Sobald man KNX-Teilnehmer aus dem ETS-Katalog in ein Projekt eingefügt hat, kann man diese zum Bearbeiten anklicken beziehungsweise markieren und schon ermöglicht die ETS die Parameter von diesem Teilnehmer anzusehen und bei Bedarf anzupassen. Für allgemeine Grundfunktionen sind die meisten Applikationen bereits vom Hersteller voreingestellt, sodass man in der Regel für Grundfunktionen nur wenig bis gar nichts an den Parametern einstellen muss. Die Fenster der Parametereinstellungen kann man sich in etwa so vorstellen, als würde man einen Router oder eine Telefonanlage konfigurieren. Für Parametereinstellungen gilt ein ungeschriebenes Gesetz: „Was man nicht kennt, bleibt in Werkseinstellung“. So kann man schon mal nichts falsch machen. Je nach getätigten Parametereinstellungen, werden automatisch mehr oder weniger Funktionen aktiviert.

Die Funktionen der KNX-Teilnehmer werden als sogenannte Verknüpfungsobjekte im Fenster „Kommunikation“ dargestellt. Dieses Vorgehen, also das Hinzufügen der Teilnehmer und das Einstellen der Parameter, macht man nach Bedarf für alle benötigten Aktoren und Sensoren. Nachdem mindestens ein Aktor und ein Sensor in der ETS eingefügt und deren Parameter eingestellt wurden, können diese miteinander verknüpft werden. Wie man das macht erfahren Sie im letzten Teil.


Manfred Meier
Manfred Meier

Manfred ist selbstständiger Elektromeister und zertifizierter KNX Partner und hat bereits 1995 seine ersten EIB/KNX Erfahrungen gemacht. Aufgrund seiner Spezialisierung auf EIB/KNX wurde er ein gefragter Spezialist und er veröffentlichte bereits 2004 sein gesammeltes Expertenwissens in dem ETS3 Schnellkurs.